#32 Martinborough – Palliser Bay ( Putangirua Pinnacles ) – Lower Hutt

Wie bereits gestern angekündigt wollten wir heute noch einmal zum Cape Palliser und zwar dort zu den PUTANGIRUA PINNACLES. Die bizarren Stein- und Geröllformationen sind vor allem durch die Herr-der-Ringe-Filme, in welchen sie die „Pfade der Toten“ darstellten und eine furchterregende Stimmung erzeugten. Und so war das heutige Wetter eigentlich perfekt für eine kleine Wanderung zu besagten Felsen. Allerdings fragten wir sicherheitshalber bei der örtlichen i-site nach, wie sich das Wetter wohl an einem solchen Ort verhalten würde und ob es ratsam sei heute zu gehen oder ob man direkt von hinabfallenden Steinen getroffen würde. Die Antwort der Dame, welche uns gestern bereits einen Stellplatz zuwies und uns lachend wiedererkannte, war typisch für einen Kiwi: „Joa müsste gehen oder? Probiert es mal aus, aber berichtet uns vielleicht danach mal… Hier war noch niemand, der uns von so einem Wetter an den Pinnacles berichtet hat.“ Na toll, das macht Mut! 😀 Wir entschlossen uns aber es trotzdem zu probieren. „Ihr solltet mich jetzt aber nicht noch ein drittes mal an einem weiteren Arbeitsplatz sehen!“ gab sie uns noch mit auf den Weg. 😀 Wieder die Strecke zum Cape Palliser fahrend, entdeckten wir heute ein kleines Schild, welches uns den Weg zu einem Parkplatz weisen sollte. Kein Wunder also, dass wir diesen gestern nicht mehr finden konnten, war der Wegweiser doch nur von Martinborough kommend sichtbar. Kalt, windig, nass – der Nieselregen war hier wirklich unangenehm, der aufgewirbelte Staub des Gerölls tat sein übriges, um diesen Ort so uneinladend wie möglich zu machen. Perfekt für diese Kulisse und deutlich besser als der strahlend blaue Himmel am Vortag – das hätte nicht zu den Felsformationen gepasst, welche es nun zu erreichen galt.

20151120_131450.jpg

2015112909355500.jpg

Um zu den eigentlichen Pinnacles zu gelangen mussten wir jedoch erst ein wenig durch teilweise schlecht begehbares Gelände wandern, was jedoch durchaus machbar war – außer man vergisst vorher etwas zu essen und schwächelt auf halbem Weg… Jedenfalls ging es nach ein paar leichteren Metern auf einem schmalen Wanderweg am Fluss entlang, bis wir diesen queren mussten. 🙂 Von Stein zu Stein balancierend ging es hinüber und anschließend ein Stück weit durch das teils trocken liegende Flussbett, über große und kleine rund gewaschene Steine und durch Buschwerk, immer den auch mal gut versteckten Wegweisern nach. Und irgendwann liegt vor einem ein Geröllfeld, welches sich den Berg hinauf bis zu den Pinnacles erstrecken sollte. Über teils lose, teils festgetretene Abschnitte kraxelten wir für längere Zeit immer weiter hinauf – bei Nieselregen und Wind versteht sich. Und dann tauchen die ersten Fels- und Geröllformationen vor einem auf, gefolgt von immer weiteren, bis man schließlich komplett von dieser spektakulären Natur umgeben ist.

2015112909360100.jpg

Und wenn Wind und Regen so um einen pfeifen, einem der Staub in die Augen weht und es an einigen Stellen zu rieseln und rutschen beginnt, dann fühlt man sich wie im Film ein wenig in diese beängstigende Szene versetzt und man erwartet schon fast ein paar Geister hinter dem nächsten Pinnacle.

2015112909360200.jpg

2015112909355900.jpg

Die Pinnacles selbst entstanden übrigens vor ein paar tausend Jahren. Zu dieser Zeit war der Ort noch eine Insel mitten im Ozean, und an der umgebenden Küste setzten sich Organische und Anorganische Materialien ab und bildeten so eine viele Meter hohe Schicht, welche nach den hier üblichen Plattenverschiebungen angehoben und so zu neuem Land wurde. Durch Erosion der Zwischenräume blieben anschließend nur noch einzelne Säulen stehen – die heutigen Putangirua Pinnacles. Und der Prozess dauert weiter an…

2015112909355300.jpg

2015112909355600.jpg2015112909355800.jpg

Nachdem wir einige Zeit diese einzigartige Szenerie bewundert hatten entschlossen wir uns, bei einem beginnenden Regenschauer, den Rückweg anzutreten, was bedeutend leichter jedoch auch mit deutlich mehr Vorsicht von Statten ging. Einige Stellen waren doch recht rutschig, jedoch insgesamt sehr gut zu wandern. wieder am Flussbett angekommen trafen wir dann auf zwei Holländer, welche mit Regenschirm auf der Suche nach dem richtigen Weg waren. Eine der üblichen netten Unterhaltungen später – woher, seit wann, bis wann, wie ist der Weg – wanderten wir entlang und über den Fluss zurück zum Auto. Mal was ganz anderes nach den Leuchtturm-Tagen!

20151120_141224.jpg

Schon vom Parkplatz aus konnten wir erahnen, dass das Wetter wohl heute nicht mehr besser würde. Hoffentlich sind die Holländer heil wieder zurück gekommen, denn allein die Wolken am Himmel über Cape Palliser waren schon beeindruckend. Mit was für einer Geschwindigkeit sie hier wohl ziehen müssen. Natürlich wussten wir, dass die Region um die COOK STRAIT sehr windig sein sollte und WELLINGTON auch „Die Windige Stadt“ genannt wird, jedoch hatten wir so schnell ziehende Wolken noch nie zuvor gesehen, selbst bei starken Unwettern in Europa nicht!! Und hatten wir es hier am Cape Palliser noch trocken, so änderte sich das Wetter auf unserer weiteren Fahrt heute noch dramatisch. In FEATHERSTON angekommen, fuhren wir erstmal links ran um zu diskutieren ob wir die nun vor uns liegende Passstraße wagen sollten oder nicht, denn bereits hier unten in dem kleinen Ort regnete es dermaßen, samt zwischenzeitlicher starker Böen, dass wir ernsthaft überlegten hier zu bleiben. Da die Passstraße aber geöffnet war – sie kann wohl bei sehr schlechtem Wetter auch gesperrt werden – und uns zudem auch zahlreiche Autos entgegen kamen, versuchten wir unser Glück und fuhren hinauf.

20151120_150508.jpg

Es gibt definitiv einen Grund warum man die Straße sperren kann, jedoch fragte ich mich ab welchem Zustand dies wohl der Fall sein wird. Denn die kurvige und teils nicht sehr breite Serpentinenstraße, auf welcher recht viel Verkehr herrschte, war nur sehr langsam zu befahren. Durch Starkregen, Sturm und fiese Böen, welche immer hinter der nächsten Kurve warteten, war es wirklich einer der beschwerlichsten Abschnitte unseres Roadtrips. Erst nach langer Zeit kamen wir dem ersehnten Tagesziel näher, dem HUTT VALLEY. In UPPER HUTT war zunächst Einkaufen und Planen angesagt, zum Glück bei etwas besserem Wetter. Da es jedoch nicht gut genug war um sich die Parks und Wälder des Ortes anzusehen und es am nächsten Tag auch nicht besser werden sollte, entschieden wir uns diesen Ort leider zu überspringen und die Nacht in LOWER HUTT zu verbringen. Dies sollte unser Ausgangspunkt für die nächsten Tage werden – die WELLINGTON Ausflüge!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s