#33 Lower Hutt – Wellington – Lower Hutt

Nachdem wir den TOP 10 HOLIDAY PARK morgens verlassen hatten, wollten wir eigentlich mit der Bahn in die Innenstadt von WELLINGTON fahren, unser gewählter Bahnhof sollte nur eine Minute vom Campingplatz entfernt sein. Doch nachdem wir eine halbe Stunde gelaufen waren, konnten wir gerade noch den Zug nehmen, welcher auf unseren eigentlichen folgte… tolle Zeitangaben auch bei der neuseeländischen Bahn, pünktlich sind sie jedoch immer.

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Die anschließende Zugfahrt ging entlang des WELLINGTON HARBOUR, der großen Bucht, an welcher sich die Hauptstadt befindet. Spiegelglattes Wasser ließ uns sofort an einen schönen Wasserskilauf denken. Und als dann natürlich ein Boot samt Wasserskiläufer des örtlichen Vereins am Zug vorbei fuhr… WIE FIES!!!

Wir erreichten schließlich den Bahnhof Wellingtons – ein schönes Bauwerk – und entschieden uns dort als erstes Richtung Wasser zu gehen um uns den Hafen einmal genauer anzusehen. Ein schöner Ausblick über die Bucht und eine noch bessere Promenade überraschten uns, man hatte die alten, kleinen Hafengebäude erhalten, restauriert und in ein lebendiges neues Viertel verwandelt. Außerdem wurden die Bestandsgebäude durch moderne Bauten, Spielplätze und einige Kunstobjekte ergänzt, welche sich jedoch perfekt integrierten.

Durch einen wöchentlich stattfindenden Handwerksmarkt und mehrere Straßenmusiker wurden zudem noch mehr Menschen angezogen – ein schöner Treffpunkt!

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Nachdem wir einige Zeit auf der Promenade verbracht hatten, folgte nun das TE PAPA MUSEUM, das Nationalmuseum der Hauptstadt.

Das riesige, sich über sechs Stockwerke erstreckende Museum umfasste sämtliche Bereiche der neuseeländischen Geschichte und Gegenwart. Zu Beginn befassten wir uns mit einer Ausstellung über die heutigen und leider bereits ausgestorbenen Lebewesen samt vieler teils riesiger Fossilien und einem Walskelett über unseren Köpfen.

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Weiter ging es durch die neuseeländische Geologie inklusive einer Vulkan- und Erdbebenausstellung, welche einem mal wieder vor Augen führt wie aktiv der Boden unter Neuseeland ist und wie oft es hier zu Erdbeben kommt – bemerkt haben wir jedoch noch keines bewusst. Das Museum bietet zudem einen Außenbereich, welcher die Natur des Landes abbildet. Wer allerdings schon die Nordinsel bereist hat, kennt die reale Schönheit Neuseelands, aber für die Kinder Wellingtons ist dies sicher sehr interessant.

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Weiter ging es mit der Geschichte der Māori, ihrer Kunst und ihrer Legenden – wie in den vorherigen Museen wieder hochinteressant! 🙂 Beendet wurde diese Ausstellung mit dem VERTRAG VON WAITANGI, dem ersten Verfassungsähnlichen Dokument Neuseelands, in welchem sich Queen Victoria und die Māori-Tribes gegenseitig Zugeständnisse machten.

 Artikel 1

“The Chiefs of the Confederation of the United Tribes of New Zealand and the separate and independent Chiefs who have not become members of the Confederation cede to Her Majesty the Queen of England absolutely and without reservation all the rights and powers of Sovereignty which the said Confederation or Individual Chiefs respectively exercise or possess, or may be supposed to exercise or to possess over their respective Territories as the sole Sovereigns thereof.”

Artikel 2

“Her Majesty the Queen of England confirms and guarantees to the Chiefs and Tribes of New Zealand and to the respective families and individuals thereof the full exclusive and undisturbed possession of their Lands and Estates Forests Fisheries and other properties which they may collectively or individually possess so long as it is their wish and desire to retain the same in their possession; but the Chiefs of the United Tribes and the individual Chiefs yield to Her Majesty the exclusive right of Preemption over such lands as the proprietors thereof may be disposed to alienate at such prices as may be agreed upon between the respective Proprietors and persons appointed by Her Majesty to treat with them in that behalf.”

Artikel 3

“In consideration thereof Her Majesty the Queen of England extends to the Natives of New Zealand Her royal protection and imparts to them all the Rights and Privileges of British Subjects.

W HOBSON Lieutenant Governor.

Now therefore We the Chiefs of the Confederation of the United Tribes of New Zealand being assembled in Congress at Victoria in Waitangi and We the Separate and Independent Chiefs of New Zealand claiming authority over the Tribes and Territories which are specified after our respective names, having been made fully to understand the Provisions of the foregoing Treaty, accept and enter into the same in the full spirit and meaning thereof: in witness of which we have attached our signatures or marks at the places and the dates respectively specified.

Done at Waitangi this Sixth day of February in the year of Our Lord One thousand eight hundred and forty.”

Sehr beeindruckend in welch einfacher, handschriftlicher Form dieses wichtige Dokument damals verfasst wurde, anschließend durch das Land ging und von so vielen wichtigen Māoris unterzeichnet wurde.

Die anknüpfende Auswanderer- und Flüchtlingsausstellung enthielt nun die allgemeine Geschichte vieler, jedoch auch einige sehr persönliche Geschichten einzelnen Menschen, welche in Neuseeland Zuflucht fanden. Und wenn man die im Boden eingelassen und mit Jahreszahl und Krisenregion beschrifteten Trittsteine entlang geht – angefangen bei „Germany 1939“ bis zu den heutigen Ereignissen – versinkt man immer mehr in Gedanken und hofft, dass nicht noch weitere Trittsteine folgen werden…

In der Gegenwart angekommen präsentiert die nächste Ausstellung Alltagsgegenstände der Neuseeländer. Viel besser waren für mich jedoch die Gesichter und die leuchtenden Augen der Kiwis, wenn sie eines ihrer alten Spielzeuge aus Kindertagen hinter den Glasscheiben entdeckten.

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Die letzte Etage des Museum beherbergte eine Kunstgalerie, in welcher mich ein architektonisch geprägter Raum ansprach, in dessen Mitte sich wiederum ein komplettes, modernes, kleines Haus im Maßstab 1:2 wiederfand. Wörtlich übersetzt soll es dem Betrachter zwar nicht gelingen das Innere zu betreten, jedoch hineinzusehen und sich zu fragen, wie er das Haus verändern und seinem eigenen Leben anpassen würde. Tolle Idee und eine sehr gelungene Umsetzung!! Genauso schön waren die bedeutend kleineren Häuschen an der Wand direkt daneben. Wie überall in Neuseeland wurde auch hier die Kunst und die Architektur sehr schön in Szene gesetzt!

Nachdem wir das Museum nach langer Zeit wieder verließen, war kaum noch Zeit, heute weitere Orte der Stadt zu besuchen und so ging es nur noch kurz durch die Einkaufsstraße zurück zum Bahnhof und mit der dort bereits wartenden Bahn nach Lower Hutt. Und nach dem erneuten halbstündigen Rückweg kamen wir erschöpft am Campingplatz an. Schnell noch einen Salat als Abendessen gemacht und ab ins Bett. Gute Nacht!

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