#44 Te Anau – Milford Sound – Te Anau

Ein komisches Gefühl die einzige Person zu sein, die sich so früh morgens auf dem Campingplatz bewegt, alles ruhig, alles schläft. Um halb sieben, kurz nach Sonnenaufgang, hieß es für uns heute: Aufstehen, Anziehen, auf zum Bus! Denn um Viertel nach acht sollten wir uns an der Jugendherberge treffen, abgeholt werden und zum MILFORD SOUND aufbrechen. Nach kurzer Wartezeit dort und dem Abholen weiterer Tour-Teilnehmer war unser erster Halt ein Lookout am LAKE TE ANAU mit fantastischem Ausblick auf das Bergpanorama.

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Weiter ging’s weg vom See, durch das EGLINTON VALLEY, bis hin zu den MIRROR LAKES auf halbem Weg zum Milford Sound. Bei windstillem Wetter sollte man die schneebedeckten Bergspitzen sich in den Seen spiegeln sehen. Und wir hatten Glück, ist Neuseeland doch für seinen Wind bekannt!

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Nachdem wir den folgenden, 532 Meter hohen THE DEVIDE PASS überquert hatten, folgten wir dem HOLLYFORD RIVER bis zu einem Aussichtspunkt zwischen Straße und Fluss, an welchem zahlreiche KEAS ihr Unwesen trieben. Die verspielten, aber ebenso frechen, fast einen halben Meter großen Bergpapageien versuchten in unbeobachteten Momenten auch gerne mal die parkenden Autos zu demontieren. Dichtungen und Scheibenwischer waren allerdings auch dann nicht sicher, wenn ihre Besitzer dies bemerkten und versuchten die Vögel zu verscheuchen! 😀 Keas können zudem auch Werkzeuge verwenden oder Rucksäcke öffnen um ihre Neugier zu stillen. Und wenn man sich von den grün-orangenen Schreihälsen abwenden kann, dann sieht man durch eine kleine Wolkenlücke den nicht weit entfernten MOUNT CROSSCUT.

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Nur ein paar Fahrminuten später erreichten wir das Ostportal des 1270 Metern langen HOMER TUNNELS, an welchem wir aufgrund der nur einspurigen Fahrbahn durch eine Ampel gestoppt wurden. Kein Problem, schön hier!

Und als die Ampel schließlich auf grün wechselte begann die abenteuerliche Durchquerung, denn der mit 10% Gefälle schon recht steile Tunnel besitzt keine Innenverkleidung, nur den grob behauenen Granit des Gebirges darüber. Erst vor nicht allzu langer Zeit wurde hier eine Beleuchtung installiert. Nach einigen Minuten erreichten wir schließlich das Westportal – wow, was für eine tolle Landschaft! Zig Wasserfälle, Geröll und Eis umgaben uns und die in Serpentinen den Berg hinabführende Straße.

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Die Natur verändert sich nun plötzlich, von der rauen Landschaft am Tunnel ging es nun direkt hinein in den Regenwald der Westküste – wieder voller Wasserfälle und glasklarer Flüsse, welche wir teilweise über einspurige Brücken überquerten.

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Dem CLEDDAU RIVER folgend erreichten wir nun THE CHASM, eine Reihe von Wasserfällen, Stromschnellen und ausgehöhlter Felsen mitten im Regenwald.

Der nächste Halt war dann aber auch das Ziel der Busfahrt, der Anleger im MILFORD SOUND. Erster Blick über das Wasser: Atemberaubend! Aber leider wolkenverhangen… an einem Ort mit 360 Tagen Niederschlag im Jahr kann man mit bloßen Wolken jedoch gut leben.

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Die Bootsfahrt selbst führte uns zunächst zu den 162 Meter hohen LADY BOWEN FALLS, ehe uns auf dem langen Weg durch den Sound neben Seebären auch Delfine begegneten.

Die Durchsage auf dem Boot, wir würden gleich die TASMANSEE erreichen, verleitete mich dazu erneut aufzustehen um auf dem Außendeck die Natur zu genießen und zu fotografieren… leider hatte ich die Rechnung ohne den heftigen Wellengang gemacht und fand mich auf dem Boden wieder. Trotzdem echt toll hier! 🙂

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Nachdem wir gewendet hatten und erneut an der Seebär-Kolonie vorbeigekommen waren, erreichten wir nach einiger Zeit einen Wasserfall, an welchen wir so nah heranfuhren, dass wir unter ihm duschen konnten – ein ziemlich beeindruckendes aber zugleich auch kaltes Vergnügen.

Fast schon zum Aufwärmen war der nächste Halt das UNDERWATER OBSERVATORY, mit vielen interessanten Informationen zum Milford Sound und seiner Flora und Fauna. Dazu kommt das eigentliche Unterwasser Observatorium, ein mehrere Geschosse hoher Zylinder, welcher bis zum Grund des Milford Sounds reicht und in dessen Wänden zahlreiche Fenster einen Blick auf die Fisch- und Korallenwelt ermöglichen.

Und direkt vom Observatory startete nun unsere kleine Kajak-Tour durch die HARRISON COVE, welche wir mit einem Bootsaufzug begannen. Am Land in ein Kajak steigen ist ja schon komisch, mit diesem aber dann auf Wasserhöhe gefahren zu werden ist völlig verrückt! 😀 Nach einigen Informationen zur Bucht und die Anzahl regenreicher Tage im Milford Sound – passenderweise fing es jetzt an zu regnen – fuhren wir nun den HARRISON RIVER hinauf. Naja, wir versuchten es, kamen jedoch nicht weit aufgrund von Stromschnellen und der damit verbundenen starken Strömung. Allerdings macht doch gerade ein Fluss mit Stromschnellen Spaß wenn man in einem Kajak sitzt! 🙂 Mit vollem Körpereinsatz ging’s zurück in die Bucht, wo uns neben einem Austernfischer auch eine Wolkenlücke erwartete, welche uns einen tollen Blick auf die gewaltigen Berge des Milford Sound bescherte. Auf dem Rückweg zum Bootslift hieß es dann noch, nicht von den ankommenden Tour-Booten umgefahren zu werden. Wir entschieden uns lieber über die von selbigen erzeugten Bugwellen zu paddeln. 🙂

Zurück beim Observatorium und nach dem Umziehen, Trocknen und Warten ging es für uns mit dem Boot, an den Lady Bowen Falls vorbei, zurück zum Ausgangspunkt. Scheinbar mit etwas Verspätung kamen wir am Bus an und hatten somit leider keine Zeit mehr einen letzten Ausblick auf den Milford Sound zu genießen, was aber aufgrund des Dauerregens auch kaum möglich gewesen wäre – schade, aber trotzdem eine wunderschöne Landschaft!

Nach einem anstrengenden Tag und einer unendlich erscheinenden Busfahrt erreichten wir wieder Te Anau und entschieden uns erneut für das NATURALLY FIORDLAND RESTAURANT. 🙂 Cheers!

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