#8 Waikite Valley – Waimangu – Taupo

Nach einer Nacht, in der man die Hand vor Augen nicht mehr sah – so sehr nebelten die heißen Quellen und Bäche das Tal ein – konnten wir beim Frühstück schon wieder den blauen Himmel genießen.

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Und da Campingplatz-Nutzer nicht nur nach Schließung des Bades in die Hot Pools dürfen, sondern auch vor der Öffnung am nächsten Morgen, nahmen wir natürlich auch dieses Angebot war. Zuvor wollten wir uns jedoch auch die Quelle des heißen Wassers ansehen. Ein kurzer Weg führt entlang des etwa 3 Meter unterhalb liegenden Baches hinauf zum Kochtopf. Allein dieser Weg ist schon eine Attraktion für sich, samt der am Bach befindlichen Farne, Palmen und Moose.

Die eigentliche heiße Quelle zeigt sich anschließend nur kurzzeitig, wenn mal wieder eine Windboe den hier entstehenden Nebel zur Seite oder auch direkt um einen herum weht. Dann sieht man es blubbern und kochen.

Das für die Pools entnommene heiße Wasser kann dabei nicht sofort verwendet werden, sondern muss erst verschiedene Stationen des Abkühlens durchlaufen. Anschließend mischen die Mitarbeiter des Bades selbiges so, dass die angegebenen Temperaturen des einzelnen Pools in etwa stimmen. Benutzt man die Becken vor der eigentlichen Öffnungszeit, so wie wir, ist dies noch nicht geschehen und man kann auch in den vermeintlich kühlsten Pools die Wassertemperatur der heißesten erreichen. So hatte unser gewähltes Becken dünstende 41 statt 34-36 Grad Celsius. Sehr entspannend, aber lange kann man nicht verweilen.

Nach ein paar Schwimmzügen im kühleren Hauptbecken machten wir uns anschließend mit unseren Campern auf den Weg, weiter über den Thermal Explorer Highway. Unser heutiger Stop war das Waimangu Volcanic Valley, welches eine schöne Wanderung versprach. Etwas abseits der Straße fanden wir den Startpunkt, packten genügend Wasser, Sonnencreme und Hüte ein – der neuseeländische Sommer mit seiner brennenden Sonne sollte uns heute einholen.

Das Waimangu Valley wurde 1886 durch einen Ausbruch des Mount Tarawera geschaffen und ist damit heute das jüngste Geothermalgebiet der Welt. Unser erster kurzer Halt nach wenigen Metern war der Emerald Lake im circa 50 Meter tiefen Southern Crater. Dabei ist dieser noch recht unspektakulär im Vergleich zum Echo Crater etwas weiter bergab. Der in ihm liegende Frying Pan Lake (Bratpfannensee) zeigt zum ersten Mal auf dieser Wanderung die geothermale Aktivität, die das Tal ausmacht. Dabei ist er der größte Thermalsee der Welt und auch wenn es so aussieht kocht er nicht, es treten Gase aus, welche zudem über die Oberfläche wabern.

Direkt neben dem Weg können wir zudem eine Kererū beobachten. Die grün-blaue neuseeländische Taube wurde zum diesjährigen Vogel des Jahres gewählt und sieht für uns wie eine schönere, bunte Variante der uns bekannten Vögel aus. Etwas tollpatschig klettert sie von einem viel zu dünnen Ast zum nächsten, während wir uns wieder auf den Weg machen.

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Weiter den Berg runter steht man nun direkt vor dem Cathedral Rock, dem rauchender Rest eines Vulkans und hat zudem eine gute Sicht auf den Bratpfannensee und den hier dampfend ablaufenden Waimangu Stream.

Und wenn man sich umsieht erscheint alles, als wäre es schon immer so gewesen, wie es jetzt ist – grün, unberührt, friedlich. Nichts deutet auf eine vulkanische Katastrophe hin, wie sie hier 1886 passiert ist. Hierbei wurden die Pinken und Weißen Sinterterrassen, die damals weltbekannte Touristenattraktion Neuseelands, verschüttet oder zerstört. Über die Jahrzehnte entstand jedoch eine ebenso schönes neues Naturwunder. Ein weiteres Beispiel dafür erreicht man ein paar Meter und Treppenstufen weiter am Inferno Crater. Der hier anzutreffende See hat eine unglaublich türkise Farbe, die fast schon unnatürlich wirkt. Dabei ist er 38-80 Grad Celsius heiß und durch die in ihm befindliche Schwefelsäure extrem sauer. Der Wasserstand des Sees steigt im 38-Tage-Rhythmus um mehrere Meter und fließt über den Kraterrand ab, um anschließend wieder abzusinken. Und je höher das Wasser steht, desto türkiser ist der See – so glücklicherweise auch bei uns. Durch diese Aktivität gilt der Inferno Crater Lake als größtes geysirartiges Gebilde der Welt und hat zudem eine Wechselwirkung mit dem benachbarten Frying Pan Lake. Steigt der Wasserstand hier sinkt der des Bratpfannensees und umgekehrt.

Über ein paar Holzbrücken und entlang des dampfenden Baches erreicht man wenig später die Birds Nest Terrace mit ihrer prustenden Quelle. Wie ein dauerhaft speiender Mini-Geysir zwischen Kalkablagerungen und Farnen.

Wir laufen einige Zeit durch das Tal, unter Bäumen, am Fluss entlang, Berge rauf und Treppen runter, ehe wir irgendwann die Marble Terrace erreichen. Eine heiße Quelle hat hier über die Zeit Mineralien abgelagert und zu einer schönen weiß-orange leuchtenden Terrasse geformt.

Kurz darauf biegen wir links ab und nehmen uns eine Pause vom Wandern und vor allem vor der Hitze in einer Hütte an den Warbrick Terraces. Ein kleiner, deutlich kühlerer Strom fließt hier über eine Fläche aus Mineralien und zwischen einen Meter hohen Gräsern hindurch Richtung Waimangu Stream, welchem wir im Anschluss weiter folgen.

Und während wir durch die Ebene des breiter werdenden Tales wandern, haben wir immer mal wieder den hier schon fast kalten Waimangu Stream im Blick – mäandernd und mit riesigen Exemplaren Neuseeländischen Flachses an seinem Ufer.

Die letzten Meter der Wanderung verlaufen durch ein kleines Waldstück entlang einiger Wasserbecken und erster Ausläufer unseres Ziels, welches wir nach vier Kilometern erreichen – der Lake Rotomahana. Wir genießen den Blick über den See bis hin zum Mount Tarawera, dessen Ausbruch erst dieses von uns heute durchwanderte Naturwunder erschaffen hat. Und nach einem leckeren Wrap, welchen wir am Vormittag im Café des Visitor Centers erworben hatten ging es anschließend mit dem Bus zurück zu selbigem. Wir erfrischen uns mit Eis und Kaffee, ehe wir uns wieder auf den Weg machen.

Immer mal wieder treffen wir auf der folgenden Strecke nach Süden auf den Waikato River und sehen ihn gegen Nachmittag an den uns bereits bekannten, aber dennoch beeindruckenden Huka Falls von Nahem. Unglaublich, was für Wassermassen hier hinabstürzen.

Anschließend geht es in Taupo nur noch zum Supermarkt und zum heutigen Campingplatz. Der Great Lake Taupo Holiday Park hat uns damals ganz gut gefallen, er wird es auch heute tun, vor allem dank seiner großen Küche.

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