#14 Kaiteriteri / Abel Tasman Nationalpark

Man kann es sich noch so schön vorstellen, Heiligabend im Abel Tasman Nationalpark zu verbringen und mit dem Kayak von Bucht zu Bucht zu paddeln – wenn es die Nacht durchregnet und der Wind am Morgen das Meer aufwühlt, muss man leider davon Abstand nehmen. Die goldenen Stränden wollen wir uns aber nicht entgehen lassen und buchen kurzfristig Plätze auf einem größeren Touristen-Shuttleboot, welche wir sonst eher meiden.

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Nach einer kurzen Irritation, welches der vielen Katamarane nun unser sein sollte, gleiten wir anschließend an den ersten Buchten vorbei bis zum Split Apple Rock / Tokangawhā. Nach drei Jahren können wir ihn nun also auch noch vom Wasser aus betrachten.

Durch die Astrolabe Roadstead geht es weiter bis zu einem kurzen Stop vor Adele Island / Motuareronui, einer geschützten Insel, auf welcher sich zahlreiche Tier tummeln. Und so können wir zum ersten mal auf dieser Reise New Zealand Fur Seals, die heimischen Seebären, beobachten, die wir beim letzten Mal ins Herz geschlossen haben.

Ein Stück weit fahren wir noch entlang der grünen Hügel und goldenen Buchten ehe wir irgendwann unser Ziel sehen können – die Anchorage Bay.

Allein dieser Strand ist schon einen Besuch wert, wir wollen jedoch auch ein wenig die Umgebung erkunden und wählen den Pitt Head Loop Track. Dieser beginnt direkt in der Bucht und führt über den direkt am Wasser liegenden Campground bis hoch auf die Hügelkette. Dabei wird man von zahlreichen Vögeln wie der Wekaralle begleitet.

Über einen schmalen aber sehr gut begehbaren Weg laufen wir anschließend durch einen dichten Wald aus Farnen und Manuka-Bäumen, nur unterbrochen von tollen Aussichten über die unter einem liegende Torrent Bay / Rākauroa. Nach etwa einem Drittel des Rundwegs erreicht man zudem den ersten offiziellen Lookout. Neben der fantastischen Aussicht beobachten wir hier, neben einem Stichbird / Hihi, vor allem ein Schopfwachtelpaar / California Quail, welches uns ebenfalls neugierig beäugt.

Als sowohl wir gegessen haben, als auch die Wachteln wieder im Unterholz verschwunden sind, geht es weiter bis zum Pitt Head Lookout, dem zweiten auf diesem Rundweg – diesmal in Begleitung eines Fantails.

Hier halten wir uns jedoch nur kurz auf, ehe wir langsam den Hügel wieder runter gehen, bis vor uns nach kurzer Zeit die Te Pukatea Bay auftaucht. Wie in Neuseeland typisch, ein absoluter Traumstrand! Und das Rauschen des grobkörnigen Sandes, der von der Brandung mitgenommen wird, ist in der fast menschenleeren Bucht umso entspannender.

Nach einer langen Pause samt Brotzeit reißen wir uns irgendwann wieder los und machen uns auf den Rückweg über den Hügel bis zur Anchorage Bay. Und auch diesmal begegneten uns wieder die verschiedensten Vögel, wie ein Purpurhuhn / Pukeko.

Da unser Shuttle-Boot zurück nach Kaiteriteri erst in zwei Stunden gehen soll haben wir hier sogar noch Zeit, uns das westliche Ende der Bucht anzusehen. Strand, Farne, Felsformationen und eine besonders neugierige Weka – Neuseeland im Kleinformat.

Und war es zu Beginn noch so heiß, dass wir unter einem Baum Schatten suchen mussten, frischt der Wind nun auf und es beginnt zu nieseln. Endlich Heiligabend-Wetter!

Und so geht es im Regen zurück zum Campingplatz, wo uns nach dem Duschen ein besonderes Spektakel erwartet. Das ganze beginnt mit Weihnachtsmusik, welche über die Lautsprecher des Platzes abgespielt wird. Eine schöne Sache, wenn uns nicht kurz danach eine Warnsirene parallel zur Musik aufschreckt. Neuseeland = Erdbeben = Tsunamigefahr. Schnell suchen wir im Internet nach dem Weg zum höchstgelegenen Punkt in der Nähe. Die Tatsache, dass sämtliche Kiwi-Touristen völlig entspannt auf den Hauptwegen des Platzes zusammenkommen, lässt uns noch ratloser als vorher dastehen – wir gehen hinterher. Kurze Zeit später verstummt auch die Sirene und wir können ihren Ursprung sehen, wie er auf uns zufährt. Die örtliche freiwillige Feuerwehr kutschiert auf ihrem wunderschönen alten Auto… den Weihnachtsmann höchstpersönlich. Und der schmeißt auch noch Kamelle! Ich liebe die verrückten Kiwis.

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Als der Umzug vorbei ist gehen auch wir zurück zu unseren Campern und von dort ins angrenzende Restaurant Kai. Gutes Essen und eine lustige Bedienung bei einer fantastischen Aussicht.

Nach dem Weihnachtsschmaus verbringen wir noch einige Zeit am Strand und bewundern die unterschiedlichsten Lichtverhältnisse, ehe wir den Abend mit Schokomandeln bei Kerzenschein zwischen den Campern ausklingen lassen.

Dezember 2018

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