#17 Motueka – Punakaiki – Greymouth

In Motueka hatten wir uns beim letzten Mal schon fast heimisch gefühlt, allein schon weil wir hier mehr als eine Nacht blieben. Abgesehen davon wirkt Motueka insgesamt eher gemütlich und auch ein bisschen alternativ, was wohl auch mit den sich hier und in der Golden Bay niedergelassenen Hippies zu tun hat. Ein weiterer Grund sind die Ulmen entlang der High Street, welche den Ort von anderen Kleinstädten des Landes abheben. Und obwohl die umliegenden Shop-Betreiber diese aus den verschiedensten Gründen lieber heute als morgen fällen möchten, sind sie doch irgendwie eine Art Wahrzeichen der Stadt. Wir jedenfalls würden die Stadt sofort auf einem Bild wiedererkennen. Wir belassen es heute jedoch bei einem kurzen Tankstop, denn wir haben das längste Teilstück unserer Reise vor uns – 351 Kilometer mit Zwischenstops sollten am Ende dabei herumkommen.

Das erste Stück führt uns von Motueka immer entlang des gleichnamigen Flusses und an Schafweiden und Hopfenfeldern vorbei bis nach Kohatu, wo wir im Flat Rock Café eine kleine Pause einlegen und Kaffee, Kuchen und die Aussicht genießen. Schöne erste Strecke!

Ab hier folgen wir dem SH6, quälen uns über den Hope Saddle und treffen schließlich auf den Buller River, dessen Verlauf wir heute gut 130 Kilometer folgen werden. Ein paar Kilometer weiter überqueren wir den Fluss zum ersten Mal und machen die nächste Pause, diesmal in Murchsion. Wir holen uns eine kleine Stärkung im örtlichen Supermarkt und besuchen einen schönen alten Tante Emma Laden – man fühlt sich, wie in der Zeit zurückversetzt.

Wir fahren weiter und biegen kurze Zeit später links ab und folgen dem SH65 bis zu den Maruia Falls. Der etwa zehn Meter hohe Wasserfall entstand vor 90 Jahren durch eine Landanhebung während eines starken Erdbebens, welches die gesamte Region zwischen Nelson und Westport betraf. Wie so oft in Neuseeland hat die Natur hier wieder durch Zerstörung etwas Schönes geschaffen. Die Bruchkante ist jedoch bis heute deutlich zu erkennen.

Nach einiger Zeit am Wasser und einem kleinen Snack an den Campern machen wir uns wieder auf den Weg. Wir folgen der Buller Gorge weiterund fahren zuerst bis kurz hinter Inangahua, wo sich der Fluss immer mehr aufweitet. In Berlins machen wir unsere nächste Pause, genießen den Ausblick durch die Schlucht und auf das Flussbett mit seinen Millionen von Kieseln. Dazu gibt es Kaffee und Eis vom gleichnamigen Berlins Café.

Nächste Landmarke: Hawks Crag. Vom Kilkenny Lookout hat man einen guten Blick auf den folgenden kurzen, aber interessanten Abschnitt des Highways. Dieser wurde durch den Fels geschlagen und verläuft so einspurig entlang einer Flussbiegung. Bei Hochwasser kann es zudem zu Überflutungen kommen. Eine ähnliche Konstellation findet man ein paar Kilometer weiter noch einmal, diesmal jedoch mit Ampelschaltung.

Kurz darauf öffnet sich das Tal schließlich und man findet sich wieder im von Weiden und Feldern geprägten Flachland rund um Westport. Hier nutzen wir den Einkauf im New World Supermarkt, um zu entscheiden, bis wo wir heute noch fahren wollen. Den Campingplatz in Punakaiki hatten wir vorher bewusst nicht vorgebucht, um bei schlechtem Wetter flexibler zu sein. Dies rächt sich nun – der Platz ist komplett belegt und die Entscheidung muss zwischen Westport und Greymouth fallen. Nach einer kurzen Diskussion und ein paar Telefonaten steht fest: Es wird Greymouth.

Was hinter Westport folgt, gehört definitiv zu den schönsten Strecken des Landes. Verläuft die Straße zuerst noch relativ gerade durch Felder und entlang von niedrigen Bäumen und Buschwerk, trifft sie schließlich auf die raue Küste der Tasmansee. Links die Ausläufer der Südalpen, rechts der Ozean und dazwischen der Highway, gesäumt von von einem dichten Wald aus Farnen, Palmen und vielem mehr – eine atemberaubende Landschaft!

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Den ersten Halt machen wir in Tiromoana an der Mündung des Fox Rivers. Netter kleiner Strand, welcher zudem vollkommen mit Treibholz überzogen ist, teilweise in der Form eines Aals oder eines anderen Meeresbewohners.

Einen tollen Ausblick über die Küste hat man zudem ein paar Kilometer weiter südlich von einem Aussichtspunkt, 131 Meter hoch über den Gentle Annie Rocks. Zwischen Neuseeländischem Flachs wird uns zudem bewusst, wie viel Glück wir doch haben, die Westküste bei einem so guten Wetter besuchen zu können, hatten wir doch beim letzten Mal drei Tage lang nur Regen.

Nächster Halt: Punakaiki. Natürlich kann man die Westküste nicht besuchen, ohne die Pancake Rocks zu sehen. Durch einen Wald aus Nīkau-Palmen windet sich der Weg vom Parkplatz bis zu den bizarren Felsformationen, welche wie Pfannkuchen gestapelt an der Küste liegen und diesen ihren Namen verdanken. Ein beeindruckender Ort und diesmal zudem mit einem tollen Fernblick. Leider können wir auch jetzt die Blowholes nicht in Aktion sehen, doch die Landschaft ist auch so definitiv einen Besuch wert. Noch einmal versuchen wir verschiedene Gesichter und Tiere in einer Felsformation zu erkennen und machen uns anschließend auf den Rückweg zum Pancake Rocks Café. Es gibt… Pizza! Aufgrund der Uhrzeit diesmal keine Pfannkuchen, aber eine Pizza hat ja auch eine gewisse Ähnlichkeit mit den Felsen.

Der folgende Abschnitt des SH6 verläuft nun fast geradlinig entlang der Tasmansee, während die Sonne langsam untergeht. Ein kurzer Stop am Twelve Mile Bluff, um die Motukiekie Rocks im Abendlicht zu fotografieren und weiter geht’s.

In Rapahoe verlassen wir die Küste vorest und fahren durch das Landesinnere bis nach Greymouth, wo wir nach der Überquerung des Grey Rivers / Māwheranui den Top 10 Holiday Park direkt am Meer ansteuern. Zwar verpassen wir den Sonnenuntergang hier knapp, können aber den schönen Abend trotzdem am Strand bei einem fantastischen Licht genießen und ausklingen lassen.

Dezember 2018

 

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