#21 Wanaka – Cardrona – Arrowtown – Queenstown – Wanaka

Nach meiner nächtlichen Autoverwechslung müssen unsere Nachbarn heute eilig den Platz verlassen haben. Als wir aufwachen sind sie jedenfalls schon weg. Dafür ist die Luft heute so klar, dass wir vom Campingplatz aus bis weit in die Südalpen gucken können.

Für uns geht es heute nach Süden Richtung Queenstown und ins benachbarte Arrowtown. Anders als beim letzten Mal wollen wir heute jedoch nicht über Cromwell fahren, sondern folgen der Crown Range Road entlang des Cardrona Rivers. Dabei steigt die Straße stetig an und wir passieren eine Farm nach der anderen. Und nachdem wir auch das Gelände des „Rythm & Alps“-Festival hinter uns gelassen haben, erreichen wir kurze Zeit später unseren ersten Halt – den Cardrona Bra Fence.

Natürlich wandert eine Spende in die Box, ehe es weitergeht. Nächster Halt: Das Cardrona Hotel in der gleichnamigen Siedlung. 1863 zu Zeiten des Goldrausches eröffnet, zählt es zu Neuseelands ältesten Hotels. Ein tolles Gebäude aus Holz mit seinem ganz eigenen Charme. Das gleiche gilt für den Garten sowie das alte Schulgebäude direkt nebenan.

Weiter geht’s entlang einiger Lupinenfelder und durch eine immer karger werdende Landschaft bis zu einem Lookout der Pisa Conservation Area. Schon vom Parkplatz aus bietet sich einem ein toller Ausblick über die Hügelketten der Crown Range. Wir gehen jedoch noch ein Stück weit den Berg hinauf und können so bis zum 20 Kilometer Luftlinie entfernten Queenstown schauen. Als dann noch ein Flugzeug fast auf Augenhöhe entlang der vor uns liegenden Bergkette zum Landeanflug auf Queenstown ansetzt, ahnen wir bereits, dass die folgende Strecke ihrem Ruf gerecht werden wird.

Zahlreiche Kurven und Serpentinen, darunter „The Zig Zag“, führen die Straße einige hundert Meter hinab zum Arrow River, welchem wir anschließend bis ins kleine Goldgräberstädtchen Arrowtown folgen – immer mit einer fantastischen Aussicht.

Arrowtown hat uns schon beim letzten Mal sehr gut gefallen. Wir parken unseren Jabba in der Ramshaw Lane direkt im alten Zentrum des Örtchens und laufen von dort Richtung Westen, ehe wir durch die parallele Buckimham Street wieder zurück gehen. Hier reiht sich ein kleines Geschäft, Café und Restaurant an das nächste – alles hinter den Fassaden der alten Goldgräberhäuser. Vor allem der Süßwarenladen hat es uns angetan, doch auch die noch vereinzelt in Neuseeland vorkommenden Briefkästen am Postgebäude sind wirklich schön. Ein Stück weit gehen wir noch durch die schöne Allee am Ende der Einkaufsstraße, ehe es zurück zum Auto geht.

Die maximale Parkzeit nähert sich dem Ende, sodass wir den Camper einmal umsetzen. Direkt am Fluss finden wir einen Platz auf einem großen Parkplatz und machen uns auf den Weg zum Arrow River. In einer Flussbiegung sehen wir schon wie einige ihr Glück beim Goldschürfen versuchen. Wir sammeln zumindest ein paar glitzernde Steine aus dem eiskalten Wasser und genießen die ordentliche Abkühlung – es ist schon wieder sehr warm. Und nachdem wir die Goldgräberstimmung überwunden haben, beobachten wir noch einen Moment vom Schatten aus die schöne Landschaft, welche wohl auch Peter Jackson gefallen haben muss. Die Furt des Bruinen fand für die Herr der Ringe Filme hier ihren Drehort.

Auf dem heißen Asphalt des Parkplatzes verbrennen wir uns noch die sandig-nassen Füße und springen schnell ins klimatisierte Auto. Ein schöner Vormittag in Arrowtown! Den Nachmittag wollen wir nun im wenige Kilometer entfernten Queenstown verbringen. Dabei überqueren wir die fantastische Schlucht des Shotover Rivers in Arthurs Point und finden anschließend in einem Parkhaus direkt in der Innenstadt noch einige freie Plätze vor. Erstaunlich, hatten wir doch mit deutlich mehr Verkehr an Silvester gerechnet.

Queenstown gilt als Abenteuer-Metropole Neuseelands. Hier kann man so ziemlich alles erdenkliche an (Extrem-)Sportarten ausprobieren und das sowohl im Sommer als auch im Winter. Ob es wohl überhaupt eine Nebensaison gibt? Wie viele andere auch, bummeln wir ein wenig durch die Straßen und einige Geschäfte, wie unser geliebtes Kathmandu, ehe wir uns für einen Moment an den kleinen Strand des Bergsees stellen und das glasklare Wasser bestaunen. Kurz danach genehmigen wir uns noch ein Eis direkt am Ufer und mit Blick auf den Lake Wakatipu.

Um die ganze Schönheit des Sees zu bestaunen muss man jedoch auf einen der umliegenden Berge. Und da uns die Zeit für eine ausgiebige Wanderung fehlt, beschließen wir mit der Skyline Gondola 450 Meter höher auf Bob’s Peak zu fahren. Von hier oben hat man einen wundervollen Blick auf den Lake Wakatipu, die Remarkables zur Linken und Cecil Peak auf der rechten Seite des Sees. Beide mit circa 2.000 Metern noch einmal 1.200 Meter höher als unser Aussichtspunkt hier. Die Höhe variiert natürlich, vor allem, wenn man sich nur an der Hüfte befestigt in die Tiefe stürzt. Aber dieses Thema hatten wir ja schon beim letzten Mal. Diesmal sitzen wir noch einige Zeit auf einer Bank, beobachten die vorbeiratternden Luges und genießen die Aussicht, bis wir mit der Gondel wieder runter ins Tal fahren. Dabei können wir unter uns noch einigen Rehen beim Grasen und beim anschließenden Runtergehen der Treppen Richtung Innenstadt Feuerwehrmännern und -frauen beim Trainieren zusehen.

Auf halbem Weg zwischen der Gondel und dem Parkhaus essen wir noch schnell ein paar vegetarische Burger beim „Lord of the Fries“, fahren Tanken und kaufen ein paar Lebensmittel im Countdown in der Nähe des Flughafens und machen uns anschließend auf den Weg zurück nach Wanaka.

IMG_8795

Anders als auf der Hinfahrt nehmen wir diesmal jedoch den SH6 durch das Tal des Kawarau Rivers und folgen dem Fluss vorbei an zahlreichen Weinbergen durch die karge Landschaft bis nach Cromwell.

Queenstown-Wanaka

Nach einer Toilettenpause auf Jackson Orchards geht es ab hier einige Kilometer entlang des Lake Dunstan und anschließend immer parallel zum Clutha River / Mata-Au bis zurück nach Wanaka, an dessen Ortseinfahrt mich erneut eine Polizeikontrolle erwartet. Diesmal jedoch nur ein Silvester bedingter Alkoholtest, wobei man hier nicht pustet, sondern seinen Namen in ein Messgerät spricht. Kurz halten wir noch am Ufer des Sees, ehe es zurück zum Wanaka Kiwi Holiday Park geht. Ein schöner, aber langer Tag!…

…der noch nicht zu Ende ist. Silvester wird in Neuseeland anders zelebriert als bei uns. Private Feuerwerke finden nicht statt und so passen auch wir uns an. Am Picknicktisch zwischen unseren Campern genießen wir erst noch ein leckeres Glas Wein und machen uns rechtzeitig auf den Fußweg Richtung Innenstadt. Am Kiesstrand des Lake Wanaka versammeln sich Kiwis und Touristen zum gemeinsamen Reinfeiern mit Livemusik und Feuerwerkgucken um Mitternacht. Und es wird ein wirklich beeindruckendes Lichtspektakel. Riesengroße Kreise von Lichtpunkten, die bis zum See hinunter zu regnen scheinen und das größtenteils ohne unnötigen Lärm. Über einige Minuten hinweg hört man um sich herum nur Ohs und Ahs und zum Schluss einen ordentlichen Beifall. Vielleicht unser bisher bestes Feuerwerk.

Zurück am Campingplatz und eigentlich schon ziemlich müde, probiere ich noch ein wenig den heutigen, perfekten Sternenhimmel einzufangen, ehe es dann wirklich heißt: Gute Nacht und Frohes Neues!

Dezember 2018 / Januar 2019

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s