#22 Wanaka – Lake Pukaki – Lake Tekapo – Timaru

Goodbye Wanaka – nach drei Nächten im Wanaka Kiwi Holiday Park machen wir uns heute wieder auf den Weg, nicht jedoch ohne noch einmal die fantastische Aussicht auf die Südalpen zu genießen. Trotz leichter Bewölkung können wir vom Campground bis zum Avalanche Glacier im Mt Aspiring Nationalpark blicken. Wanaka ist echt lebenswert.

Unser heutiges Ziel soll der Aoraki / Mt Cook Nationalpark werden, also runter vom Platz und raus auf die Straße. Weit kommen wir jedoch nicht. An einem Schild, welches den Weg zur Wanaka Lavender Farm weist, biegen wir rechts ab und laufen ein wenig über das Gelände. Natürlich nicht zu vergleichen mit den riesigen Lavendelfelder Frankreichs, jedoch für einen morgendlichen Zwischenstopp ganz nett.

Kurz darauf überqueren wir den Clutha River / Mata-Au über die tolle Luggate Red Bridge, ehe wir hinter Tarras ins Lindis Valley einbiegen. Etwa eine halbe Stunde lang geht es stetig bergauf bis wir schließlich den gleichnamigen, 971 Meter hohen Lindis Pass erreichen. Knapp 700 Höhenmeter quälen vor allem den Jucy-Camper ordentlich – fast so sehr wie unser Auto beim letzten Mal. Mit dem Spaceship hat man jedoch überhaupt keine Probleme und so können wir die kargen Hügel Otagos während der Fahrt ohne Probleme genießen.

Vom Lindis Pass geht es anschließend ziemlich schnell über 500 Meter hinunter – Kia Ora Canterbury. Wir überqueren den schönen Ahuriri River und erreichen unseren nächsten Zwischenhalt. Die High Country Lachsfarm lädt zu einem kleinen Mittagssnack.

Leider haben wir heute kein Glück mit dem Wetter. Während wir in die Autos steigen, um weiter zum Lake Pukaki zu fahren, fängt es an zu regnen. Leider lässt es auch am sonst so strahlend türkisen See nicht nach und wir haben keine Chance Aoraki am Horizont zu sehen.

Nach einigen Überlegungen und dem Anschauen der Wettervorhersage für die nächsten Tage, welche eher noch eine Verschlechterung verspricht, beschließen wir schweren Herzens, unsere Route für die letzten Tage im Land zu ändern. Aoraki / Mt Cook, den schönen Hooker Valley Track über Hängebrücken zu einem See voller Eisbrocken, das Glentanner Park Centre mit dem tollen Sonnenuntergang vor den Südalpen und den sonst so sicheren Sternenhimmel müssen wir leider ausfallen lassen und wollen stattdessen heute noch weiterfahren. Heute geht es also zunächst im Regen weiter nach Tekapo. Vorbei an Lupinenfeldern fahren wir durch flaches, karges Land von einem See zum nächsten. Dabei freuen wir uns auf den Lake Tekapo und sein Ufer voller Lupinen. Dort angekommen finden wir den Ort eher chaotisch und unschön vor. Große Flächen des Uferbereichs sind umgegraben, mehrere Neubauten entstehen auf den uns noch vom letzten Mal in Erinnerung gebliebenen Wiesen am See und es sind kaum noch Lupinen zu sehen. Die paar wenigen, welche nicht von Baustraßen geplättet wurden, sind wohl aufgrund der späteren Zeit im Sommer von Gräsern überwuchert. Enttäuscht gehen wir ein wenig durch den Ort und essen ein Eis, während die andere Hälfte von uns sich in den örtlichen Hot Pools entspannt.

Einige Zeit später treffen uns am See wieder. Und während der Himmel deutlich deutlich aufklart, denken wir noch einmal an unser eigentliches Ziel für heute. Waren wir zu voreilig, nicht zum Mt Cook zu fahren? Ein Blick auf die Webcams am Lake Pukaki bestätigt jedoch unsere Entscheidung. Man sieht… Nichts! Schade, aber immerhin haben wir die richtige Entscheidung getroffen. Bleibt die Frage, bis wo wir heute noch fahren wollen. Nach ein paar Überlegungen und Telefonaten steht fest – es geht nach Timaru. Von dort aus soll es morgen zu einem bisher nicht eingeplanten, aber von uns immer mal wieder angedachten Ziel gehen. Dazu aber morgen mehr. Aufgrund der Uhrzeit beschließen wir, das Abendessen vorzuziehen und parken unsere Autos direkt am See auf einem kleinen Parkplatz, kochen und genießen beim Essen die Aussicht – immer beobachtet von einem Dutzend Möwen.

Etwa anderthalb Stunden Fahrt sind es von Tekapo nach Timaru. Dabei geht es stetig, aber kaum merklich bergab. Immerhin liegen 750 Höhenmeter zwischen der Hochebene der Südalpen und der Küste der Canterbury Plains. Vorbei an unzähligen Feldern und Weiden, teilweise vertrocknet, teils bewässert und grün, fahren wir bis zum Timaru Top 10 Holiday Park, welcher, mitten in einem Wohngebiet gelegen, sicher für eine Nacht ausreicht. Und nach einer kurzen Pause bauen wir unser Spaceship noch einmal zum Viersitzer um und fahren um kurz vor 10 am Abend zum Hafen. Allein die Port Loop Road, eine Brücke / Rampe mit enormem Durchmesser, welche hinunter zum Hafengelände führt, ist eine Attraktion für sich. Das täglich Naturschauspiel, das in der dortigen Caroline Bay stattfinden soll, wollen wir uns jedoch nicht entgehen lassen, wenn wir schonmal hier sind. Ähnlich wie in Oamaru einige Kilometer südlich, soll es auch hier eine Kolonie Little Blue Penguins geben. Den Tipp hatten wir in der Campermate App gefunden und uns diesen noch einmal am Campingplatz bestätigen lassen. Nach einer gefühlten Ewigkeit ließ sich dann auch tatsächlich einer der kleinen blauen Frackträger blicken. Jeden Abend watscheln sie aus dem Meer kommend über den Strand und zu ihren Höhlen zwischen den großen Felsbrocken der Hafenbefestigung. Leider bleibt es heute bei diesem einen Pinguin, was wohl am gestern hier stattgefundenen Feuerwerk liegen könnte, wie uns eine freiwillige Helferin berichtet. Trotzdem ein netter Ausklang eines insgesamt doch eher enttäuschenden Tages. Aber man kann ja nicht immer so viel Glück mit dem Wetter haben, wie wir es zum Beispiel an der Westcoast hatten.

Januar 2019

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