#23 Timaru – Banks Peninsula

Eigentlich hatten wir geplant, heute von Glentanner am Lake Pukaki bis zu einem kleinen Campground an der Rakaia Gorge zu fahren, um dort die letzte Nacht in den Campern zu verbringen. Das Wetter im Mackenzie-Country machte uns leider einen Strich durch die Rechnung und so starten wir heute von Timaru aus nach Norden. Unser Alternativziel, jedoch nicht weniger uninteressant und schön: Die Banks Peninsula. Eigentlich aus Zeitmangel gestrichen, schaffen wir es jetzt doch noch das kleine, von französischen Siedlern gegründete Akaroa und die umliegenden Hügelketten zu besuchen.

Die ersten 100 Kilometer geht es immer geradeaus. Eine Weide, eine Kuhherde und ein von riesigen, stählernen Armen bewässertes Feld reiht sich an das nächste. Und immer mal wieder überqueren wir eines der unzähligen, schönen und von Kieselsteinen geprägten Flussbetten der Canterbury Plains, darunter auch den Rakaia River. Nur vereinzelt passieren wir Ortschaften wie Ashburton, ehe wir nach einem kurzen Kaffee-Halt in Rakaia nach Osten abbiegen und weitere 50 Kilometer fast nur geradeaus fahren.

Wie schon während unserer ersten Reise ist es auch heute wieder einfach nur heiß in Canterbury. Und die eh schon trockene Landschaft kann doch tatsächlich noch karger werden als wir die Hügel der Banks Peninsula erreichen. Erst am Lake Ellesmere / Te Waihora vorbei, dann ein kurzer Stopp am Lake Forsyth / Wairewa – wir scheinen irgendwie nicht voranzukommen. Der Eindruck entsteht zwangsläufig, wenn man zwei Tage lang quasi immer dasselbe sieht. Ein paar Wälder wären zur Abwechslung mal ganz nett. Immerhin soll die Banks Peninsula teilweise wiederaufgeforstet werden, auch um Hangrutsche während zukünftiger Erdbeben abzumildern.

Wir passieren das nette, kleine Örtchen Little River und erklimmen anschließend endlich den Pass, welcher noch zwischen uns und dem Akaroa Harbour liegt. Auf circa 500 Metern Höhe liegt die Hilltop Tavern – mit fantastischer Aussicht über die Bucht.

Genau genommen handelt es sich bei der Banks Peninsula um die Überreste mehrerer Unterwasservulkane, welche irgendwann eine Insel bildeten. Durch die Ablagerung von mitgeschwemmten Material, welches die vielen, teils großen Bergflüsse mit sich trugen, entstanden so die Canterbury Plains, die weite, flache Ebene im Osten der Südinsel. Die Küstenlinie verschob sich so immer weiter gen Osten, bis sie die Vulkaninsel erreichte und diese zur Halbinsel machte.

Genauso kurvig wie die Straße hinauf führte, folgt sie den Verwerfungen der Hügelflanken nun auch wieder hinab zum Wasser.

Unser Campingplatz für die heutige Nacht wird der Duvauchelle Holiday Park, auf welchem wir noch die letzten beiden Plätze ergattern können. Da der Platz direkt am Wasser liegt, wollen auch wir nun endlich zum ersten Mal eine Runde schwimmen gehen, nachdem ein Teil von uns schon einige Male dem eiskalten Pazifik getrotzt hatte. Und was soll ich sagen… es ist schon sehr kalt, aber wohl aufgrund der geschützten Bucht und der heißen Temperaturen von über 30 Grad (in Neuseeland gefühlt heißer) gerade noch angenehm und eine willkommene Erfrischung.

Als es sich danach langsam abkühlt, machen wir uns auf den Weg ins nicht weit entfernte Akaroa. Über ein paar kleine Hügel führt die Straße bis in die Childrens Bay, wo wir unser Spaceship zunächst am Recreation Ground, einer großen parkähnlichen Wiese, abstellen. Von hier aus gehen wir zu Fuß einmal die Rue Lavaud hoch bis zum Wasser und besuchen dabei auch die netten kleinen Läden wie „La Quincaillerie„, einem Haushaltswarenladen und das „Pot Pourri“ mit Dekoartikeln. Anschließend noch ein leckeres Kāpiti Eis vom Four Square, so lässt es sich leben.

Am Ende der Rue Balguerie treffen wir anschließend auf einen kleinen Park mit Spielplatz, von wo aus wir im Schatten der rot blühenden Pōhutukawas die Aussicht in die Bucht genießen. Ein tolles Panorama! Rechts Duvauchelle mit unserem Campingplatz mit den dahinter aufragenden vulkanischen Hügeln, vor uns der Akaroa Harbour samt einiger kleiner und größerer Boote und links der kleine Leuchtturm des Ortes und ein Kreuzfahrtschiff, bereit zum Auslaufen in den Pazifik. Gerade dieser Umstand kommt uns zu Gute, denn wenn hunderte Menschen in diesen sonst so idyllischen Ort ausgespuckt werden, ist dieser bestimmt nicht mehr so nett und ruhig, wie wir ihn gerade vorfinden dürfen.

Wir gehen zurück zum überhitzten Auto, lüften es kurz und fahren anschließend entlang der French Bay ein Stückchen weiter in den zweiten Teil des Örtchens.

Die französische Prägung des Ortes zeigt sich dabei nicht nur in den Namen der Bucht und der Geschäfte sondern auch in der Architektur der Holzhäuser und den Pflanzen der schönen Vorgärten. Wir parken in der Rue Jolie und gehen diese ein Stück den Hang hinauf bis wir in die Church Street Richtung Wasser abbiegen.

Den dortigen Steg gehen wir bis fast zum Ende und haben von dort noch einmal einen fantastischen Rundumblick.

So langsam bekommen wir jetzt Hunger. Die klassischen Touristenrestaurants gibt es durch die fast täglichen Kreuzfahrtschiffe auch hier direkt am Wasser. Schön gelegen aber teuer. Wir beschließen, lieber in einem kleinen barähnlichen Restaurant im ersten Ortsteil etwas zu essen, stellen unser Auto am Peninsula War Memorial ab und warten mit einem Speight’s Gold Medal Ale in der Hand noch einen Moment, bevor wir einen wirklich sehr schönen Platz mit Blick auf die Bucht bekommen. Das Essen gleicht anschließend eher einem Experiment, ist doch der Pommesdip schwarz und der Burgerpattie aus frittiertem Hanf. Definitiv interessant und eine gute Erfahrung, so etwas einmal gegessen zu haben, noch einmal bräuchten wir diese Burger jedoch nicht. Was man aber mal wieder festhalten muss, ist die Kreativität der Kiwis. Nicht nur im Bezug auf Kunst und Handwerk, sondern offensichtlich auch bei Burgern beweisen die Neuseeländer Experimentierfreudigkeit. An den Kiwi Burger der Long Bay in Coromandel kommt dieser hier jedoch auf keinen Fall heran.

So genießen wir noch einige Zeit lang die Aussicht und machen uns schließlich im Sonnenuntergang auf den Rückweg nach Duvauchelle. Jetzt heißt es noch Waschen und Aufräumen der Autos, Zusammenpacken von jede Menge Kleinkram, der sich in drei Wochen so angesammelt hat und schließlich Schlafen – die letzte Nacht in unseren Campern.

Cheers!

Januar 2019

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