Um 8:00 Uhr sollte unser Flieger in Christchurch starten. Also Aufstehen um fünf, die letzten Sachen zusammenpacken und runter zur Straße, wo pünktlich um sechs schon das am Vorabend bestellte Taxi wartet. Die Koffer und Rucksäcke passen gerade so in den Kofferraum, während das Handgepäck vorne mitfahren muss. Schnell lege ich noch einen Sprint entlang der Cathedral Junction ein, um den Schlüssel wieder in seine Box zu schließen und steige schließlich auch ins Taxi.

Die Fahrt gleicht anschließend einer Abschiedstour. Ich habe Christchurch doch irgendwie ins Herz geschlossen – trotz der vielen leeren Stellen infolge der Erdbeben oder gerade wegen der vielen modernen Neubauten. Wann sieht man schonmal eine Stadt, die sich in drei Jahren so verändert. Das Leben kehrt immer mehr zurück in die ehemalige Red Zone.

Wir verlassen die Innenstadt und fahren quer durch Wohngebiete, sehen noch einmal einige typisch neuseeländische Geschäfte wie New World und Countdown, fahren auf der linken Seite und erreichen schließlich den Flughafen. Der Check-In am Automaten klappt problemlos und schon liegt unser Gepäck auf dem Förderband Richtung Flieger. Wir selbst haben jedoch noch Zeit und schlendern ein wenig durch die kleinen Läden voller Stofftier-Kiwis und Possum-Socken, ehe wir in kürzester Zeit die Sicherheitskontrolle passieren und nun noch eine Stunde Zeit haben, bis unser Flieger (NZ 526, Airbus A320) Richtung Auckland abhebt. Wir machen es uns an einer großen Fensterfront gemütlich und beobachten die zahlreichen schwarz-weißen Heckflossen der Air New Zealand.

Wie schon bei meinem Flug vor drei Jahren könnte das Wetter für diesen Inlandsflug nicht besser sein. Strahlend blauer Himmel! Und so können wir schon kurz nach dem Start links über die weite Ebene Canterburys bis zu den Südalpen gucken. Dabei überfliegen wir erst das lange, graue Kiesbett des Waimakariri Rivers und anschließend den etwas schmaleren Ashley River / Rakahuri.

Das Gelände wird nun bergiger und wir verlassen Canterbury nach einigen Minuten Flugzeit.

Im Westen sehen wir nun immer besser die Tasman Bay samt Nelson und dem Abel Tasman Nationalpark und können sogar über die dahinter liegende Golden Bay bis zum weit ins Meer hinauslaufenden Farewell Spit blicken.

Auf der rechten Seite kann die andere Hälfte von uns dafür die Marlborough Sounds von oben sehen. Beides einfach nur schön!

Und nachdem wir auch die Cook Strait hinter uns gelassen haben, macht es sich anschließend wieder rentiert, dass wir uns auf beide Seiten des Fliegers aufgeteilt haben. Denn so können zwei von uns auf der rechten Seite die Spitzen der drei großen Vulkane der zentralen Nordinsel – Tongariro, Ngauruhoe und Ruapehu – sehen und die anderen beiden Taranaki, diesen so perfekt geformten Vulkan. Ein toller Sightseeing-Flug am Ende unserer Reise!

Parallel zur Küste der Tasmansee passieren wir erst den Raglan Harbour / Whāingaroa und anschließend das Mündungsdelta des Waikato Rivers, ehe wir um 9:20 Uhr sicher in Auckland landen.

Die Besonderheit des Flughafens besteht hier aus den getrennten Gebäuden für Inlands- (domestic) und internationale Flüge und so können 100 Minuten Aufenthalt schnell durch den Terminalwechsel und die erneute Sicherheitskontrolle aufgebraucht werden. Schön ist es jedoch trotzdem, der grünen Linie quer über das Flughafengelände zu folgen und dabei noch einmal die warme Luft einzuatmen und die vereinzelten, rot blühenden Pōhutukawas zu bewundern.

Um 11:00 Uhr hebt schließlich unser Flieger (NZ 284, Boeing 787) ab und wir verlassen Neuseeland mit einem traumhaften Blick über die Küstenlinie.

Die Boeing 787 bietet dabei die Möglichkeit, die Fenster stufenweise zu verdunkeln. Tolle Funktion, denn so kann man auch bei viel zu hellem Sonnenschein oder während der „Nachtzeiten“ im Flieger trotzdem die unter einem vorbeiziehenden Landschaften betrachten. Und im vierten Anlauf ist es mir nun endlich möglich, Australien ohne Wolkendecke von oben zu sehen. Die Bezeichnung des roten Kontinents trifft auf jeden Fall zu!

So ruhig wie der Flug über Stunden verläuft, so holprig wird nun leider die Landung in Singapur. Nachdem wir zunächst eine gefühlte Ewigkeit mit mehreren anderen Fliegern um einen riesigen Wolkenturm kreisen mussten, landen wir schließlich um 16:25 Uhr in Singapur. Ein tropischer Monsun, wie er uns am Boden erwartet, lässt wirklich Unmengen an Wasser auf die Erde regnen. Kaum vorstellbar, wie stark es noch vor einigen Minuten gewesen sein musste, wenn dadurch keine Flugzeuge hatten landen können.

Die planmäßigen siebeneinhalb Stunden Aufenthalt in Singapur wollten wir eigentlich nutzen, um die noch fehlenden Attraktionen in den Gardens by the Bay zu besuchen. Die beiden riesigen Gewächshäuser Cloud Forest und Flower Dome, den OCBC Skyway und vor allem die Licht- und Musikshow Garden Rhapsody hätten wir schon gerne gesehen, doch der unglaublich starke Regen lässt uns nun schnell Abstand davon nehmen. Zwar hört dieser später noch auf, doch durch die darauf folgende Hitze und Luftfeuchtigkeit sowie unsere Müdigkeit bleiben wir bei unserer Entscheidung. So laufen wir einmal durch alle Terminals, essen bei McDonald’s, besuchen den Schmetterlingsgarten und gehen duschen, ehe wir es uns auf einer Empore halbwegs gemütlich machen und auf den nächsten Flug warten.

Um fünf Minuten vor Mitternacht geht schließlich unser letzter Flug der Reise (SQ 338) mit dem neuen und vor allem angenehm leisen Airbus A350 vom Changi Airport zurück nach Düsseldorf, wo wir nach einigen Filmen und längerem Schlafen sicher um 6:25 Uhr landen.

Es ist kalt, es nieselt und unser Gepäck kommt teilweise beschädigt über das Laufband und teilweise in der Sondergepäckausgabe an. Jetzt noch ohne Probleme durch den Zoll und wir sind zurück in Deutschland. Fertig von den langen Flügen aber glücklich über eine erneut tolle Reise nach Aotearoa!

Januar 2019

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